Tierschutz geht uns alle an

Ein Tier in Not ist ein heiliges Objekt.







    Dem indischen Tiger geht es ans Fell



    Lesen Sie bitte hier: Wirtschaftskriminalität

    China: Tigerfarm verkauft Tigerknochen-Wein

    Eine Tigerfarm in der Provinz Guanxi in China verkauft mit Erlaubnis der Regierung Tigerknochen-Wein. Der Profit beträgt $10 Millionen US$ pro Jahr. Diese Nachricht wurde kürzlich detailliert in der bekannten Zeitung China Youth Daily publiziert. Wenn diese Information tatsächlich stimmen sollte, dann hat China den 13jährigen Bann vom Verkauf von Tigerprodukten gelockert oder die Farm verstößt eklatant gegen geltendes Recht. "Wir haben 400 Fässer im Keller, jedes enthält einen Tiger Kadaver", sagt der Manager der Weinfabrik (Guilin Xiong Sen Tiger and Bear Farm,) während er ein Tigerskelett aus einem alkoholischen Sud hebt. "Die Konstruktion eines weiteren Weinkellers ist abgeschlossen, was die Leistungsfähigkeit (Kapazität) unserer Farm steigern wird". 1993 veroeffentlichte China eine "Notiz" nach der aller Handel mit Tigerknochen und Nasshornhoernern verboten war. Die gesetzbindende Erklaerung verbot den Verkauf, Erwerb und Transport von Tigerknochen, Nasshornhoernern und Produkten aus diesen. Existierende Produkte, die diese verbotenen Zutaten enthielten, wurden von der Regierung unter Verschluss genommen, und Chinas offizielles pharmazeutisches Protokol fuer ihren Gebrauch als Medizin wurde aufgehoben. Neuerdings gibt es aber eine Flut von Geruechten, die besagen, dass Chinas State Forestry Administration (SFA) Schritte eingeleited hat, diesen Bann vom Handel mit Tigerknochen von Farmen zu lueften und solchen mit mehr als 500 in Gefangenschaft gezuechteten Tigern einen begrenzten Verkauf von Tigerknochen direkt an Medikamentenhersteller zu erlauben, die im Gegenzug ihre Produkte direkt an Krankenhaeuser verkaufen duerfen. Ein SFA-Vertreter berichtete Save the Tiger Fund, dass Tigerknochen enthaltende Medikamente eine wichtige Rolle in der Behandlung von SARS spielen. Vertreter der traditionellen Chinesischen Medizin sagen, dass ist Unsinn. Waehrend Tigerknochen schon lange nuetzlich bei der Behandlung von Arthitis und anderen rheumatischen Beschwerden sind, besteht keine Notwendigkeit diese oder andere Krankheiten damit zu behandeln, da ausreichende natuerliche und effektive Alternativen existieren. Die SFA hat bisher die Bestaetigung darueber, ob sie einen limitierten legalen Handel autorisiert hat, verweigert. Wie dem auch sei, haben Tigerfarmer gemeinsam mit der SFA, frueher in diesem Jahr, eine kostenfreie VIP-Fuehrung durch die Farm fuer eine kleine Gruppe von auslaendischen Sympathisanten organisiert, und diese um ihre Unterstuetzung von Chinas Plaenen zum Farmen von Tigern im Stil von Rindern gebeten. Desweiteren hat ein Vertreter des Guangxi Forestry Bureau gegenueber der China Youth Daily bestaetigt, dass die SFA der Guilin Tiger- und Baeren Farm nahezu 1 Million US$ gegeben hat, um die Bemuehungen zur Tigerzucht und den Bau der Brauerei voran zu treiben. Nach Angaben von Farmvertretern, stellte die SFA der Einrichtung - welche ironischerweise 1993 eroeffnet wurde - die landesweit einzige Genehmigung zum offenen Handel mit Tigerknochenwein aus. Der Brauereimanager wird zitiert gesagt zu haben, dass einige seiner Faesser mit Tigerknochenwein seit acht Jahren eingelagert sind. Weine, die auf der Brauereianlage verkauft werden, kosten zwischen US$ 41 und US$ 106 pro Flasche, was vom Jahrgang abhaengt. Auf dem Flughafen von Nanning fand der Reporter eine Flasche fuer US$ 135. Der Manager wies nachdruecklich darauf hin, dass seine Farm die Erlaubnis der Regierung zum Verlauf von Tigerprodukten besitzt. "Wer wuerde es wagen Tigerknochenwein ohne die Erlaubnis der zustaendigen Behoerden zu verkaufen?" wurde als sein Zitat angegeben. Er liess durchblicken, dass diese drastische Umkehrung Chinas nationaler Einstellung eher unterschwellig von statten geht. "Da der Tigerhandel international eine sensible Angelegenheit ist", sagte er, "werden wir bis nach der Olympiade in 2008 warten muessen, um den Wein auf die Maerkte von Beijing und anderen Staetten zu bringen." China Youth Daily hat bestaetigt, was Schutzorganisationen gehoert und befuerchtet haben. Kurz nachdem die dreiteilige Serie veroeffentlich worden war, trat Chinas neues und verbessertes Gesetz zum Handel mit Wildtieren in Kraft. Zu Ehren des Ereignisses, sandten Conservation International, der International Fund for Animal Welfare, der Save The Tiger Fund, TRAFFIC, die Wildlife Conservation Society and der World Wide Fund for Nature einen offenen Brief an Chinas Premierminister Wen Jaibao, in dem sie das neue Gesetz und Chinas langlebigen Bann des Tigerhandels lobten. "Der neue Antrag von Chinas Tigerfarmen zur Legalisierung des Handels mit Tigerteilen- und derivaten wird den grossen Einsatz der Chinesischen Regierung und der Welt zum Schutz von Tigern zunichte machen", ist im Brief zu lesen. Der Brief weist auch auf die Gefahren des "Waschens" der Knochen von wilden Tigern um solche als die von gefarmten auszugeben, den Wahnsinn Chinas potentiellen Appetit fuer Tigerprodukte neu zu entfachen, und auch auf die Komplikationen hin, die dadurch bei der Durchsetzung des Gesetzes zum Verbot des illegalen Tigerhandels entstehen. Der Brief faehrt mit der vorsichtigen Andeutung fort, wie die Wiedereinfuehrung des Tigerhandels dem Umweltthema Chinas bevorstehender Olympiade schaden wuerde. "Wir hoffen, dass China im Sinne seines neuen Gesetzes und der bevorstehenden Gruenen Olympiade in 2008, von dem Konsum von Wildleben generell abraten, seine Unterstuetzung des Bannes des Handels aller Tigerderivate aus allen Quellen von 1993 erneuern und somit weiterhin eine verantfortungsvolle leitende Rolle beim Schutz der wenigen der Welt noch verbliebenen wilden Tiger spielen wird." Die Absichten von Chinas Tigerfarmen sind klar. Ihre Regierungsadvokaten sind in ihrer Unterstuetzung zunehmend aktiv und ebnen nun, so scheint es, den Weg fuer eine legale "Verarbeitung" von Tigern, vorgefuehrt und verkauft wie Rinder. Tragischerweise sind wilde Tiger, die billiger zu toeten und bei Weitem mehr wert als Medizin sind, die ersten die angeschlachtet werden.
    Quelle: The Tiger Telegrapf Online

    Weisse Tiger als Leasingobjekt - es wird immer verrückter

    Eine der schönsten Ausnahmen der Welt
    Der Serengeti-Park will bei den Kosten flexibel bleiben und hat seine weißen Tiger geleast. Es sind die einzigen Leasing-Objekte, die sich auch vermehren können. Die Investition im Überblick: Unternehmen: Serengeti-Park, Hodenhagen
    Leasing-Objekt: Fünf weiße Tiger (2 Männchen, 3 Katzen) zu einem Investitionsvolumen von rund 2,4 Millionen Euro.
    Beteiligte: nordwest-leasing Gesellschaft der Sparkasse Bremen mbHbr> Tochter der Deutschen Leasing AG
    Leasing-Lösung: Sale-and-lease-back-Vertrag mit der nordwest-leasing, Bremen
    Die Leasing-Lösung im Detail:
    Auf den Nutzen kommt es an, weniger auf den Besitz, so auch beim Sparkassen-Leasing. Denn dem Serengeti-Park in Hodenhagen ging es lediglich darum, die seltenen Tiger auf seinem Gelände auszustellen. Wer rechtlicher Eigentümer der Tiere ist, fällt dem Besucher am wenigsten auf.

    Insofern bot sich ein Leasing-Vertrag an, bei dem die Deutsche Leasing Eigentümer der Großkatzen ist. Da der Park die Tiere zunächst selbst gekauft hatte und an die Leasing-Gesellschaft veräußerte, um sie wieder zurückzuleasen, wurde ein Sale-and-lease-back-Vertrag geschlossen. Diese außergewöhnliche Leasing-Konstruktion verdeutlicht die Flexibilität der Finanzierungsalternative, wodurch auch die weiteren Leasing-Vorteile zum Tragen kommen: Sicherung der Liquidität, Optimierung der Bilanzrelationen, Reduzierung der Steuerlasten oder Senkung der Finanzierungskosten. Eine Besonderheit beim Tiger-Leasing: Es sind bislang die einzigen Leasing-Objekte, die sich auch vermehren können.

    Zudem können die Leasing-Zahlungen auf die jeweiligen Einnahmen des Parkbetreibers abgestimmt werden: Im Sommer kommen erfahrungsgemäß mehr Besucher in den Serengeti-Park als in den kälteren Monaten.

    Zitat der Beteiligten: "Entscheidend war, dass wir die Tiger für unsere Besucher ausstellen können. Wem die Tiere gehören, ist dabei zweitrangig."
    Quelle: www.sparkassen-leasing.de


    Was sind übrigens unseriöse Tierschutzorganisationen?

    Unterscheiden sie sich möglicherweise von den „seriösen“??? dadurch, dass sie ehrenamtlich tätig sind? Steht nicht gerade der Tierschutz bei Insidern in dem Ruf, Korruption geradezu magisch anzuziehen (z.B. indem Spenden bar vereinnahmt werden, die dann nirgends in den Büchern auftauchen)? Sind nicht immer wieder Funktionäre großer Organisationen aufgefallen, nachdem sie Millionen an Spendengeldern veruntreut haben (wo man es nachweisen konnte)? Fällt es niemandem auf, dass sich gewisse Tierschützer ganz offensichtlich „eine goldene Nase“ verdienen? Es wird unter der Hand manchmal bekannt, wenn Spendengelder ohne Beleg geflossen sind und in „dunklen Kanälen“ verschwanden, (besonders ältere gutbetuchte Damen machen diesen Fehler), nur kann man es mangels Beleg eben nicht öffentlich machen bzw. gerichtlich verfolgen. Dass damit auch und gerade „große Namen“ im Tierschutz genannt werden, ist kein Zufall. Die Gier nach Macht und Ansehen zieht eben oft charakterlich labile Menschen an und was verschafft mehr (vermeintliches) Ansehen als Geld und Besitz? Man sieht das ja auch deutlich an den meisten Politikern und Managern: Sekt trinken und Selters predigen, das ist hier das Motto. Die Steuerzahler und „kleinen Leute“ zahlen die Zeche für unqualifizierte Politiker, die sich für viel Geld (falsch) beraten lassen (wer kann das sonst schon in seinen Job?), horrende Pensionen beziehen etc. – trotz Unfähigkeit. Die Firmen werden zu Tode saniert, Arbeitsplätze verschwinden, aber vorher stopfen sich die Manager noch die Taschen voll. Nur dass das Geld letztlich ihr Problem - die krampfhafte Suche nach wahrhaftiger, bedingungsloser Zuneigung und Anerkennung - nicht lösen wird. Was den Tierschutz betrifft, kann man nur hoffen, dass die oben angesprochenen Machenschaften irgendwann doch auffallen und aufgeklärt werden. So mancher aus der Umgebung dieser „Saubermänner“ wird sich dann erstaunt die Augen reiben. Eine Lösung wäre, diese Leute mal bewusst „ins Messer“ laufen zu lassen – das nur als Anregung für diejenigen, die die Möglichkeiten und den Mut dazu haben! Noch ein kleiner Hinweis: Vielleicht erinnert sich der eine oder andere ja auch an einen Ausspruch wie: Besonders ältere Damen lassen sich gut abzocken (sinngemäß). – Dann verfolgen Sie doch mal den Werdegang dieser Person! Durch Tierschutzarbeit sind schon viele arm aber auch einige ganz schön reich geworden! Auf das endlich diejenigen aus dem Tierschutz verschwinden, die sich sehr gut verkaufen können, aber gleiches auch mit ihren Idealen getan haben und in Wirklichkeit nur noch ein Interesse verfolgen: nämlich sich selbst zu Reichtum zu verhelfen, den sie vorzugsweise im Ausland „verstecken“. Soviel zu dem Thema seriöse und unseriöse Tierschutzorganisationen.

    Goodbye Tiger

    von Oliver Müller
    Indiens Nationalseele wird in diesen Tagen von einem Skandal erschüttert, in dem die negativsten Seiten des Landes konvergieren: Korruption, eine abgehobene Bürokratie und verbreitete Armut, gegen die staatlicherseits wenig unternommen wird. Der Grund des Volkszorns: Die weltberühmte Tigerpopulation des Landes schwindet rapide. Die Naturschutzbürokratie musste inzwischen eingestehen, dass in einem der größten Nationalparks, der Sariska Reserve in Rajasthan, kein Tiger mehr lebt. Aber die Behörden haben dies jahrelang vertuscht. Nun schreiben Zeitungen vom größten Tierschutzskandal der Geschichte. Unter dem Druck von Naturschützern und der Presse, die Reporter in andere Parks ausschwärmen lässt, entpuppen sich Indiens offizielle Tigerstatistiken als eine Art Bilanzskandal mit Enron-ähnlichen Ausmaßen. Über Jahre haben die Behörden die Öffentlichkeit mit geschönten Zahlen ruhig gestellt, denen zufolge Indiens Indiens Tigerbestände stabil sind. Eine Lüge, wird jetzt klar. Nun sendet ein geschockter Premierminister Krisensitzungen Spezialteams der Bundespolizei in die Parks, die die Wahrheit herausfinden sollen. Pessimisten befürchten, dass es für Indiens Tiger bereits zu spät ist. Sicher ist lediglich, dass die offizielle Zahl von 3723 Großkatzen im ganzen Land aus der Luft gegriffen ist. Naturschützern zufolge sind es im besten Fall 2000, vielleicht viel weniger. Für Normalbürger stehen die Schuldigen außer Zweifel: Es sind die Beamten. Die jahrelange, systematische Täuschung des ganzen Landes durch seine Bürokraten ist symptomatisch für deren größtes Manko in den Augen ihrer Untertanen: Ihnen fehlt jedes Verantwortungsgefühl als „Volksdiener“. Sie gerieren sich statt dessen als waschechte Erben der Kolonialverwaltungsmaschine, welche die Briten bei ihrem Abzug 1947 zurückließen, und über welche die gewählten Politiker nie die volle Kontrolle errangen. Perfide ergänzt wird die selbstherrliche Arroganz, mit der Indiens Bürokratenheer das Land regiert, durch seine gleichzeitige Apathie. Jahrelang genügte es dem Apparat, den wachsenden Mangel an Tigern seelenruhig zu verwalten statt Alarm zu schlagen oder einzuschreiten. Viel zu wenige, chronisch unterbezahlte und unbewaffnete Aufseher sind den Wilderern nicht gewachsen. Und die Anreize, sich von Wilderern bestechen zu lassen statt sich ihnen unter Wagnis des eigenen Lebens entgegenzustellen, sind erschreckend: Ein Tigerfell ist bis zu 50.000 Dollar wert – das hundertfache durchschnittliche Jahreseinkommen eines Inders. Knochen werden für 400 Dollar das Kilo gehandelt. Die meisten toten Tiere finden den Weg nach China. Dort schürt schnell steigender Reichtum Nachfrage nach Tigerzutaten, die für die dortige traditionelle Medizin potenzsteigernd wirken. Die Kombination aus Chinas Aberglauben und Kaufkraft mit indischer Laxheit und Korruption konfrontiert das ambitionierte „Projekt Tiger“ mit der realen Gefahr des Scheiterns. Indiens größtes Naturschutzprojekt wurde von Premier Rajiv Gandhi 1973 ins Leben gerufen, um dem Subkontinent den Erhalt einer Tigerpopulation in freier Wildbahn zu garantieren. Der Tigerschock könnte wirtschaftliche Folgen haben: Die Wahrscheinlichkeit, dass Touristen bei einer teuren Safari in einem indischen Nationalpark eine der Großkatzen zu sehen bekommen, entpuppt sich plötzlich als etwa so groß wie die Sichtung eines Einhorns. Dabei hat die Regierung Reisende als wichtigste Quelle für Wirtschaftswachstum und Jobs entdeckt und will die Branche fördern. Bislang wurde aber kein Gedanke und keine Rupie darauf verschwendet, die armen Bauern im Umkreis der Nationalparks intelligent in das Tigerschutzprojekt einzubinden. Langfristig könnten sie mit Hilfe eines florierenden Ökotourismus besseres Geld verdienen als mit der Wilderei. Aber der damit verbundene Aufwand war Indiens Bürokratie und seinen Politikern bislang zu anstrengend.

    Die schnelle Mark mit dem Tierschutz

    Hamburg. Der Gründer und Chef des Deutschen Tierhilfswerks (DTHW) soll nach Recherchen des Magazins "Focus" 100 Millionen Mark Spendengelder abgezockt haben. Kein Einzelfall, meint die Verbraucherzentrale. Die schnelle Mark mit dem Tierschutz wird auch in Hamburg gemacht. "Mit Maschinenpistolen gegen einen harmlosen Waschbären", "Kettenhund befreit" und "Hilferuf einer Igel-Mutter". Mit Parolen dieser Güte wirbt die 1996 gegründete Tierhilfeorganisation Terra Mater (lat. Mutter Erde) mit Sitz im Hamburger Stadtteil Langenhorn um Mitglieder. Die mal rührseligen, mal schockierenden Geschichten sind mit herzzerreißenden Bildern garniert und sollen so beim Griff zum Geldbeutel nachhelfen. Eingespannt in die Kampagnen sind auch Promis wie Witta Pohl, Ingrid Steeger ("Tiere spüren unsere Gefühle"). Die Masche mit dem Mitleid funktioniert. Wer die armen Tiere bedauert und Mitgefühl zeigt, hat meist schon verloren und unterschreibt. Seit Februar 2000 ist die Mitgliederzahl von Terra Mater von 37.000 auf über 40.000 Zahlende gestiegen, wie Sprecher Achim Lottermoser stolz vorrechnet. Die Drückerkolonnen, die im Dienst der Tierschutz-Multis in Fußgängerzonen und vor Supermärkten werben und ganze Straßenzüge durchkämmen, sind nicht nur in der Vorweihnachtszeit erfolgreich. Ein Mitglied zahlt zwischen 12,50 DM und 30 DM monatlich und verpflichtet sich auf vorerst zwei Jahre. Dazu kommen 18 Mark Aufnahmegebühr. Ein gutes Geschäft, das dem Verein zwischen fünf und zehn Millionen Mark pro Jahr in die Kasse spült. "Wir unterhalten zehn Katzenstationen, ein Tierheim und zwei Gnadenhöfe", sagt Lottermoser über den Verbleib des Geldes. "Außerdem stellen wir Strafanzeige gegen Tierquäler und leisten akute Hilfe, wo der Deutsche Tierschutzbund nicht zur Stelle ist". Mit der größten deutschen Tierschutzorganisation, die vor dem Geschäftsgebaren der fleißigen Geldsammler eindringlich warnt ("dubioser Verein") liegt Terra Mater im Dauerclinch. Grund: Der Verein gewährt Außenstehenden keinen Einblick in seine Bücher und ist nicht als gemeinnützig anerkannt, weil weniger als 50 Prozent der Einnahmen in die Tierschutzarbeit vor Ort fließen. Öffentlich vermeldet werden nur Futterspenden an geschundene Tiere und Kleckerbeiträge von einigen tausend Mark beispielsweise für Seehundestationen, die Katzennothilfe oder ein Tierheim auf Lanzarote. "Wir werden die Gemeinnützigkeit aber im nächsten Jahr beantragen", verspricht Geschäftsführer Alfred Spohr. Trotz dieser Ankündigung warnt Edda Castello von der Hamburger Verbraucherzentrale vor dem "mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" unseriösen und betrügerischen Verein. Castello hat weitere dubiose Tierschutz-Organisationen im Visier. "Auch Arche 2000, Deutsches Tierhilfswerk, Farm der Tiere, Tierschutzfonds IFAW, Tier & Natur und World Vision arbeiten mit unsauberen Methoden". Ein Beispiel: Der laut Homepage 50.000 Mitglieder (Jahresbeitrag 120 Mark) zählende Verein Tiere & Natur im Hamburger Stadtteil St.Georg lässt sich nicht gerne in die Karten schauen. Mitte der 90er Jahre verwies der Spendenrat darauf, dass nur fünf Prozent der Einnahmen dem Tierschutz zugute kämen. 1998 hat Tiere & Natur nach eigenen Angaben 160.000 Mark für acht Projekte wie den "Papageiengnadenhof" oder "Katzenhaus Tilly Motz" ausgegeben. Dazu kommen ähnliche Zuschüsse an Tierheime. Wo die restlichen Millionen blieben, erklärt das nicht. Edda Costellos guter Rat an die Verbraucher: "Wenn die Präsentation besonders zu Herzen geht, muss man aufpassen. Man sollte niemals spenden, wenn man angesprochen wird, sondern den Spiess einfach umdrehen und selbst aktiv werden".
    Volker Stahl, Stader Tageblatt
    Quelle: Bundesverband Tierschutz, Heft 4/2000



    70 Millionen Mark in die eigene Tasche umgelenkt

    München (dpa) - In einem der größten Betrugsskandale bei einer wohltätigen Organisation in Deutschland kann dem mutmaßlichen Haupttäter jetzt der Prozess gemacht werden. Der frühere Chef des Deutschen Tierhilfswerks (DTHW), Wolfgang Ullrich, ist von Thailand nach Deutschland ausgeliefert worden. Polizeibeamte nahmen den 56- jährigen Deutschen am Donnerstag am Münchner Flughafen in Empfang, verhafteten ihn und brachten ihn hinter Gitter. Ullrich soll von 1994 an mindestens 70 Millionen Mark aus Mitgliedsbeiträgen veruntreut haben. Die Geschädigten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II rund 500 000 Mitglieder des DTHW sowie des Fördervereins Europäisches Tierhilfswerk (ETHW). Im Glauben an den guten Zweck zahlten die Tierfreunde monatliche Beiträge von zuletzt mindestens zehn Mark. Bei säumigen Zahlern waren die Vereine nicht zimperlich und schickten schnell Mahnbescheide. Allein von 1994 bis Februar 1999 nahmen die beiden Hilfswerke zusammen rund 200 Millionen Mark ein. Davon kamen den Ermittlungen zufolge nur knapp sieben Prozent wirklich dem Tierschutz zu Gute. Der Fall gilt als eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren der vergangenen Jahre in Bayern. In mühseliger Kleinarbeit trug eine Ermittlungsgruppe Organisierte Kriminalität beim Polizeipräsidium Augsburg die Mosaiksteine des Betrugsskandals zusammen. Die Akten des Verfahrens entsprechen einer Lkw-Ladung: 70 Ordner füllen die Verfahrensakten, rund weitere 800 Ordner enthalten die Beweismittel, vor allem die beschlagnahmten Geschäftsunterlagen. Die Experten der Kriminalpolizei gehen davon aus, dass es sich bei der Ullrich zur Last gelegten Veruntreuung von mindestens 70 Millionen Mark nur um die Spitze des Eisberges handelt. Aus ermittlungstaktischen Gründen habe man aber den Untersuchungszeitraum auf 1994 bis Anfang 1999 eingeschränkt, heißt es bei der Kripo. Spätestens seit 1985 beherrschte Ullrich den Ermittlern zufolge das DTHW, seit 20. August 1994 war er Vorstandsvorsitzender. Bei dem von ihm selbst 1989 gegründeten ETHW war er von Anfang an Vorsitzender. Ullrich betrachtete die beiden Vereine nach Ansicht der Ermittler in erster Linie als Geldbeschaffungsmaschine für private Zwecke. Zwei ehemalige DTHW-Mitarbeiter sollen ihn tatkräftig unterstützt haben, auch sie müssen sich demnächst in München vor Gericht verantworten. Ullrich lebte seit 1983 als Geschäftsmann im thailändischen Badeort Pattaya, jettete für seine Geldgeschäfte aber immer wieder nach Europa. Die Mindestdauer der Mitgliedschaft in beiden Hilfswerken betrug zwei Jahre. Ullrich stellte nach Angaben der Ermittler einen anhaltenden Zufluss an Beitragsgeldern sicher, indem er an drei Werbeagenturen teure Aufträge zur Mitgliederwerbung vergab. Die Werber kannten die Hilfswerke nur aus der Vereinszeitschrift "Mensch und Tier" und handelten in gutem Glauben. Die Werbeaufträge vergaben nicht die Hilfswerke, sondern eine Ullrich gehörende Firma in der Schweiz. Mit einem Geflecht weiterer Firmen im schwäbischen Ziemetshausen bei Günzburg verstand es Ullrich den Ermittlungen zufolge, mindestens 70 Millionen Mark in die eigene Tasche umzulenken. Die Behörden schöpften schon 1991 Verdacht: Damals wurde dem ETHW die Gemeinnützigkeit aberkannt, ein Jahr später auch dem DTHW. Zur Begründung hieß es, die Quote der für den Tierschutz eingesetzten Mittel sei zu gering.

    Skandal beim Tierhilfswerk

    Ex-Vorsitzender weist Vorwürfe zurück
    München (dpa) - Im dritten Prozess-Anlauf um den gigantischen Spenden-Schwindel beim Deutschen und Europäischen Tierhilfswerk hat der ehemalige Vereinsvorsitzende Wolfgang Ullrich am Montag vor dem Landgericht München II den Betrugsvorwurf zurückgewiesen. Die Verteidigerin des 57-Jährigen bezeichnete es als "unzutreffend", dass zwischen 1994 und 1999 von rund 200 Millionen Mark Einkünften nur etwa sieben Prozent dem Tierschutz zugeflossen seien. In der nicht hinreichend konkretisierten Anklage sei nur ein geringer Teil der satzungsgemäß ausgegebenen Gelder berücksichtigt worden. Ullrich hatte das Tagesgeschäft der beiden Vereine weitgehend seinen beiden mitangeklagten Stellvertretern überlassen. Er gönnte sich ein Luxusleben im thailändischen Badeort Pattaya, was eine Anfrage der dortigen Behörden beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden auslöste. Dadurch kamen die Ermittlungen in Gang, die Ende 1999 zur Verhaftung des Millionärs führten. Ullrich soll versucht haben, seine Auslieferung durch Bestechung mit einer Million Mark zu hintertreiben. Erst im Februar 2001 wurde er nach München ausgeflogen. Laut Ullrichs Anwältin Claudia Wüllrich sind die Spenden "ohne Abzug" in Tierschutzprojekte investiert worden. Die Beiträge der zuletzt rund 300 000 Mitglieder seien zu etwa 43 Prozent in die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliederwerbung geflossen. Dafür dürften nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe bis zu 50 Prozent der Vereinseinkünfte verwendet werden, erklärte Wüllrichs Kollege Ulrich Ziegert. "Tierschutz ist ein gesellschaftspolitisches Anliegen", so der Anwalt. "Nur mächtige, mitgliedsstarke Organisationen können politisch Einfluss nehmen. Die Staatsanwaltschaft habe in ihrer "unwirksamen, weil nicht hinreichend konkretisierten" Anklage nicht einmal den Begriff des Tierschutzes definiert.



    Schimpansen aus dem Internet

    Artenschützer kritisieren Online-Handel mit lebenden Tieren - Ebay gibt sich unschuldig
    von Gerd Pfitzenmeier
    London - Als wär's der Einkaufszettel eines Zoos: Giraffe, zwei Jahre, 15 000 Dollar. Der siebenjährige Gorilla: 6700 Euro. Das sind regelrechte Schnäppchen. Oder ein Schimpansenbaby für 60 000 Dollar. Die Artenschützer des International Fund for Animal Walfare (IFAW) forschten drei Monate lang am Online-Tiermarkt - und erschraken: "Das Internet wird zu einem Umschlagplatz für den illegalen Handel mit lebenden Tieren und Tierprodukten", kommentiert Robert Kleß vom Hamburger IFAW-Ableger. "Wir entdeckten den Cyber-Schwarzmarkt", sattelt IFAW-Direktorin Phyllis Campbell-MacRae in London drauf, "hier verhökern wir unsere Zukunft." In nur einwöchiger Intensivsuche fanden Rechercheure über 146 lebende Primaten, 5527 Elefantenprodukte, 526 Schildkröten und verarbeitete Panzer, 2630 Reptilien- und 239 Produkte von Großkatzen, zusammen über 9000 zweifelhafte Offerten wie Skulpturen aus Tierknochen, Geldbörsen und Barhocker aus Elefantenleder oder Reptiljacken, Hokuspokus-Medizin aus Nashornmehl, Tigerkrallen. Und eben auch lebende Tiere: vom Amazonaspapagei bis zum Sibirischen Tiger. 122 Profihändler gingen den Artenschützern ins Netz. Die meisten Anbieter sind indes Privatleute, was Michael Müller-Boge vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn bestätigt: "Oft sind es Erben, die ein Andenken in bare Münzen tauschen wollen." Zudem bietet das Internet anonymen Schutz. "Das ist beim Zeitungsinserat anders, da sieht jeder, wer was anbietet." Der IFAW spricht dennoch von "organisiertem Verbrechen" und fordert Regeln analog der Fahndung nach Kinderpornoringen. Der BfN-Experte bleibt optimistisch, die schwarzen Schafe zu finden. Der Zoll habe dafür eine Extra-Fahndertruppe in Frankfurt/Oder. Aufgeschreckt reagiert Ebay. Der Marktprimus betreibt Schadensbegrenzung, "obwohl wir keine lebenden Tiere handeln", betont Pressesprecherin Maike Fuest. Experten tüfteln mit dem BfN oder dem Komitee gegen Vogelmord an Software, die illegale Angebote schnell löscht. "Außerdem", sagt Fuest, "warnen wir Anbieter schon beim Eingeben der Angebote." Ebay wartet noch auf IFAW-Informationen - im Ärger: Denn im Netz prangern die Tierschützer die Branche ("Artensterben online: eins, zwei, drei ...") unverkennbar mit dem abgewandelten Ebay-Slogan an.
    "Die Welt" Artikel erschienen am 31. August 2005



    Berühmte Amur-Tigerin Olga von Wilderern getötet

    von Manfred Quiring
    Moskau - Olga ist tot. Die 13 Jahre alte Tigerin wurde dieser Tage von Wilderern in der Region Primorje im Fernen Osten Rußlands erschossen. Die Tigerin Olga, die zur vom Aussterben bedrohten Rasse der Amur-Tiger gehörte, sei ein Verlust für das gesamte Naturerbe Rußlands, meinen die Wissenschaftler. Nur noch etwa 400 Amur-Tiger leben in Rußland. Dabei war Olga eine ganz besondere Tigerin. Sie galt als das "am besten erforschte Tier der Welt". In mehreren Dokumentarfilmen spielte sie die Hauptrolle, sie war Gegenstand Dutzender Publikationen. Bereits 1992 wurde die Raubkatze zum ersten Mal zu wissenschaftlichen Zwecken gefangen. Damals war Olga gerade ein Jahr alt. Wissenschaftler der amerikanischen Gesellschaft zum Schutze wilder Tiere und Mitarbeiter des staatlichen Tierschutzgebietes Sichote-Alin untersuchten das betäubte Tier, vermaßen es und legten ihm ein Halsband mit einem Funksender um. Mit dessen Hilfe konnten sie das Leben der Tigerin in der Wildnis verfolgen. Alle zwei, drei Jahre wurde diese Prozedur wiederholt, die Batterien des Senders erneuert. "Für uns war Olga das Symbol für die Fähigkeit der Tiger, sich an das Leben Seite an Seite mit dem Menschen anzupassen", sagte der Wildlife-Vertreter in Primorje, Dale Miquellel, der Zeitung "Iswestija". In ihren 13 Lebensjahren sei sie allen Begegnungen mit Jägern ausgewichen. Nie habe sie Kühe gerissen, auch dann nicht, als sie hungrigen Nachwuchs zu versorgen hatte, berichtete Miquellel. Die Tierschützer vermuten, daß einer der einheimischen Jäger Olga erlegt habe, denn im nahen China würden für tote Amur-Tiger Tausende Dollar gezahlt. Die Tiere gelten in der dortigen Naturmedizin als äußerst heilkräftig, sie werden vollständig verwertet - vom Barthaar bis zur Schwanzspitze.
    "Die Welt" Artikel erschienen am 7. April 2005



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